Psychologische Diagnostik

Vom Symptom zur Diagnose

Bei der klinisch-psychologischen Diagnostik geht es vor allem darum, eine psychische Erkrankung bzw. damit verbundene Symptome (= Krankheitsanzeichen) richtig einschätzen zu können. Nur wenn man weiß, um welche Art von Erkrankung es sich handelt, kann man ein wirksames Behandlungskonzept entwerfen.

 

Das ist im Bereich der psychischen Erkrankungen oft gar nicht so einfach - durchschnittlich dauert es sogar 7 Jahre (!!!) bis ein Patient in Österreich eine gültige Diagnose erhält. Häufig findet keine systematische psychologische Diagostik statt - PsychotherapeutInnen, AllgemeinmedizinerInnen und PsychiaterInnen stellen ohne systematische Überprüfung ausschließlich anhand von Vermutungen eine Diagnose - ein Problem, das in Österreich leider sehr verbreitet ist.

Ohne gültige Diagnose kann es allerdings auch keine adäquate Behandlung geben - Leidtragende sind in dem Fall leider die PatientInnen, die durch verschiedenste Therapieversuche häufig völlig verunsichert werden. In der Medizin würde kein Arzt ein Skalpell in die Hand nehmen, ohne genau zu wissen, wo sich der Krankheitsherd befindet - im Bereich der seelischen Gesundheit wird leider allzu oft blind auf Basis von Vermutungen an PatientInnen herumgedoktert...

Standardisierte Testverfahren

Klinisch-psychologische Diagnostik hingegen wird ausschließlich von Klinischen PsychologInnen durchgeführt, wobei standardisierte und wissenschaftlich fundierte Verfahren zum Einsatz kommen, die strengen Kriterien unterliegen. Es handelt sich hier hauptsächlich um systematische Fragebögen, standardisierte Interviews, projektive Verfahren und psychologische Testbatterien, die je nach Anforderung verschiedene Aspekte des menschlichen Verhaltens und Erlebens erfassen. Die Anwendung der Verfahren erfordert eine intensive akademische und postgraduelle Ausbildung, wie Klinische PsychologInnen sie viele Jahre durchlaufen.

Klinische Diangostik

Bei der klinischen Diagnostik geht es vor allem darum, psychische Erkrankungen richtig einzuschätzen bzw. ein klares Bild von der vorliegennden Problematik zu erhalten. Gerade seelische Leidenszustände gehen oftmals mit sehr komplexen und verschiedenartigen Symptomen einher, psychische Krankheiten treten auch selten isoliert auf, meist handelt es sich um mehrere Störungsbilder, die in einem Zusammenhang zu einander stehen.

So tritt eine Depression z.B. häufig kombiniert mit anderen Erkrankungen wie z.B. einer Angststörung, Süchten oder Persönlichkeitsstörungen auf - hier gilt es mittels Diagnostik herauszufinden, in welchem Verhältnis die verschiedenen Erkrankungen zueinander stehen und welche Einflussfaktoren es gibt. Handelt es sich bei der Depression beispielsweise um die Grunderkrankung oder ist sie einfach eine Konsequenz des eingeschränkten Handlungsspielraums, der durch die Angststörung entsteht?

 

Art und Schweregrad sowie Ursache und Wirkung einer Erkrankung müssen genau abgeklärt werden, um eine Behandlung an der richtigen Stelle anzusetzen. In der Medizin ist eine solche Handlungsweise selbstverständlich und auch in der Psychologie sollte eine systematische Diagnostik immer am Anfang einer Behandlung stehen.

Kognitive Funktionen

Im Bereich der "Leistungsdiagnostik" kommen vor allem kognitive Tests zum Einsatz, die geistige Funktionen messen. Hier gibt es den Bereich der Intelligenzdiagnostik, der vor allem zur Erfassung der Eignung für bestimmte Bereiche (z.B. Schule, Studium, Berufe...) geeignet ist.

Es lässt sich aber auch das allgemeine Funktionsniveau unseres Gehirns hinsichtlich Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Wahrnehmung überprüfen - beispielsweise im Zuge von Erkrankungen und Unfällen, die das Gehirn betreffen (Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Demenz etc.). Die Diagnostik dient hier als Basis, um einen geeigneten Trainingsplan zu entwerfen, und so wieder mehr geistige Fitness erreichen zu können.  Hierfür gibt es eine Vielzahl psychologisch entwickelter kognitiver Trainingsmethoden, die nach ausführlicher Diagnostik individuell auf einzelne PatientInnen zugeschnitten werden können.

Mein diagnostisches Angebot

Klinisch-psychologische Diagnostik

  • zur Erfassung von Gedächtnis, Konzentration, Aufmerksamkeit bzw. zur Einschätzung des kognitiven Funktionsniveaus
  • klinische Diagnostik: zur Abklärung über das Vorliegen eines psychischen Krankheitsbildes
  • Differentialdiagnostik psychischer Erkrankungen

 

Je nach Fragestellung varriieren Dauer und Kosten der klinisch-psychologischen Untersuchung. Allgemein erstreckt sich eine umfassende Diagnostik zumeist über 2-4 Sitzungen. Befunde und Gutachten zur Weiterreichung an Ämter, Sozialversicherungsträger und dergleichen können je nach Anliegen und auf Wunsch ebenfalls angefertigt werden.