Häufig gestellte Fragen


Wie lange dauert eine psychologische Therapie?

Die Dauer einer klinisch-psychologischen Behandlung ergibt sich durch die individuelle Problematik, Symptomatik und den Schweregrad der Beschwerden und können sehr unteschiedlich sein. Grundsätzlich ist die klinisch-psychologische Behandlung eine sehr kosteneffiziente Methode und kann in manchen Fällen (wie z.B. bei Angststörungen) bereits nach 20 bis 30 Behandlungseinheiten gewünschte Erfolge erzielen.

 

Heilung ist aber in jedem Fall ein Prozess, der nicht von heute auf morgen passiert, sondern seine Zeit braucht - es ist unrealistisch zu erwarten, dass sich Probleme, die sich vielleicht schon seit Jahren bei Ihnen eingenistet haben, in nur ein, zwei Sitzungen wie durch ein Wunder verschwinden.

Veränderung und Entwicklung brauchen ihre Zeit und ihren Raum ganz nach dem Motto "gut Ding braucht Weile". Auch bei körperlichen Krankheiten ist auf dem Weg zur Genesung oft viel Geduld und Vertrauen notwendig.

 

Und dennoch: Wenn Sie mutig genug sind, sich auf den Prozess einzulassen, sollten Sie nach einiger Zeit bereits wahrnehmbare Verbesserungen in Ihrer Lebensqualität bemerken.

 

Immer wieder ist es auch sinnvoll, sich klare Ziele zu stecken und einen Zeitraum festzulegen, innerhalb dessen diese erreicht werden können. Ihre Erwartungen und Ihre Bereitschaft, aktiv an der Erreichung der Ziele zu arbeiten, spielen im Zuge der klinisch-psychologischen Behandlung eine große Rolle. Natürlich handelt es sich um eine freiwillige Behandlung und letzten Endes entscheiden Sie, wie lange Sie diese in Anspruch nehmen wollen.


wieviel Zeit sollte ich dafür aufwenden?

Je nach Thema, Schweregrad der Symptomatik und Leidensdruck ist es sinnvoll, die klinisch-psychologische Behandlung ein- bis zweimal in der Woche anzusetzen. Letzlich entscheiden aber Sie, wie oft Sie in die Praxis kommen wollen. Zu lange Zeiten zwischen den Sitzungen können den Prozess aber verlangsamen oder unterbrechen und somit stören. Um einen größtmöglichen Fortschritt zu erreichen, spielt vor allem Regelmäßigkeit der Sitzungen eine große Rolle.


Was passiert beim Erstgespräch?

Beim Erstgespräch geht es um ein erstes Kennlernen und Beschnuppern - schließlich ist es für eine Zusammenarbeit wichtig, dass die "Chemie" zwischen Ihnen als KlientIn und mir als Psychologin stimmt.

Wir schauen uns gemeinsam Ihre aktuelle Situation und Ihr Anliegen an. Sie werden dazu eingeladen, mit eigenen Worten Ihre Bedürfnisse und Erwartungen an die Behandlung zu beschreiben, Sie müssen sich dafür aber nicht "vorbereiten".

Danach überlegen wir gemeinsam, welches Behandlungsangebot für sie passen könnte.

 

Viele KlientInnen berichten, dass Ihnen bereits die erste Sitzung eine spürbare Erleichterung gebracht hat: „Jetzt tut sich endlich was!“ oder "Jetzt habe ich endlich den ersten Schritt in Richtung Besserung gemacht!"


Wie läuft eine psychologische Therapie ab?

Grundsätzlich geht es bei der klinisch-psychologischen Behandlung inhaltlich um die Bearbeitung persönlicher Themen und Anliegen, die sehr unterschiedlich sein können. Bei manchen KlientInnen liegen körperliche Beschwerden im Vordergrund, z.B. Schmerzen im Brustkorb, Magen/Darm- oder Atemprobleme, Kopf-, Bauch- oder Rückenschmerzen u.ä., bei anderen wiederum manifestieren sich Probleme stärker auf seelischer Ebene durch unangenehme Gefühle wie Niedergeschlagenheit, Verzweiflung, Wut, Angst und Depression.

 

Therapeutische Gespräche stehen bei der klinisch-psychologischen Behandlung im Vordergrund, dabei wird nach Zusammenhängen und sich wiederholenden Mustern gesucht und ein Kontext hergestellt, dem die Beschwerden zugeordnet werden können. Persönliche Stärken werden aufgedeckt und sinnvoll eingesetzt, gemeinsam werden Problemlösestartegien entwickelt und das eigene Handeln und Erleben reflektiert.

 

Je nach Art der Beschwerden bzw. je nach Krankheitsbild (Diagnose) wird ein individueller Behandlungsplan erstellt, wobei die eingesetzten Methoden auf Ihre Persönlichkeit und die Symptomatik abgestimmt werden. 

 

Weiters können verschiedenste Übungen zum Einsatz kommen, um Heilungs- bzw. Veränderungsprozesse zu unterstützen - wie z.B. Atemtechniken, Entspannungsverfahren, Achtsamkeitstraining, systemische Aufstellungsarbeit, Analyse von inneren Bildern/Träumen/Fantasien, Imaginationstechniken, Verbildlichungen durch Zeichnen, intuitiver Ausdruck durch Stimme und Töne etc...


Was ist klinisch-psychologische Diagnostik?

Wenn eine psychiatrisch relevante Erkrankung vermutet wird, kann es sinnvoll sein, diese Annahme mithilfe klinisch-psychologischer Diagnostik zu überprüfen. Um zu wissen, wie man eine Erkrankung behandelt, muss man sich darüber klar sein, um welche Erkrankung es sich überhaupt handelt. Klinisch-psychologische Diagnostik dient dazu, eine korrekte Diagnose zu stellen und so ein Problem besser einschätzen zu können. Als Diagnoseinstrumente dienen standardisierte Befragungen, häufig in Form von Fragebögen oder Interviews. Es geht darum, festzustellen, ob eine psychische Erkrankung vorliegt und wenn ja, um welche es sich dabei handelt.

Anhand der so genannten Verlaufsdiagnostik kann man außerdem den Behandlungsfortschritt überprüfen.


Was ist eine psychische Erkrankung?


Welche Nebenwirkungen sind bei der psychologischen Therapie möglich?

Heilung und Genesung sind Prozesse und bedeuten somit Veränderung. Ziel einer klinisch-psychologischen Behandlung ist die Auflösung von Leidenszuständen und die Verbesserung der Lebensqualität. Um dies zu erreichen, kann es notwendig sein, alte Muster neu zu überdenken. Dies können kleine Dinge wie Gewohnheiten oder auch größere Umorientierungen sein. Es kann sein, dass wir am Pfad der Genesung unsere Sicht auf die Dinge verändern und unsere Prioritäten neu setzen. Gesundheit bedeutet schließlich, im Fluss und in Bewegung sein, Krankheit steht wiederum für Starre und Stillstand.


WEM KANN DIE psychologische Therapie helfen?

Grundsätzlich jeder/m, der/die sich darauf einlässt und bereit ist, in sich selbst zu investieren. Es erfordert Mut, sich intensiv mit sich selbst auseinanderzusetzen und genügend Zeit, um Veränderung Raum zu geben. In der Behandlung ist Ihre aktive "Mitarbeit" gefordert - es geht also nicht darum, wie in esoterischen Kreisen passiv eine "Wunderheilung" oder beim Arzt Medikamente zu empfangen, sondern darum, dass Sie sich selbst aktiv in die Behandlung einbringen.

 

Manche Menschen haben schon einen langen Leidensweg hinter sich, scheuen sich aber jahrelang davor, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen, da sie dies mit Kapitulation und Unterwerfung gleichsetzen. Etwas allein schaffen zu wollen, ist eine natürliche menschliche Bestrebung und wichtiges Symbol unserer Autonomie und Selbstbestimmung. Manchmal ist es aber doch klüger, nach dem Weg zu fragen, als Ewigkeiten allein im Nirgendwo herumzuirren. Im Grunde genommen erfordert es auch sehr viel Mut, Hilfe überhaupt annehmen zu können - Mut zur Veränderung, Mut dafür, offen zu sein für Neues.

In der klinisch-psychologischen Behandlung begegnen sich KlientIn und Psychologin auf Augenhöhe. Gemeinsam wird nach Lösungsansätzen gesucht und darauf geachtet, die Autonomie so gut wie möglich zu erhalten bzw. sogar noch zu stärken.